Strom und Gas – Was geht mich das an?!

Modul 3.4: Aufgabensammlung: Wie teuer ist eigentlich Strom?

  1. Welche Argumente sprechen dafür, sich mit dem Thema „Energiesparen“ zu beschäftigen? Nenne mindestens zwei verschiedene Gründe. Was ist deine persönliche Meinung dazu?
  2. Befrage deine Eltern (oder die Erwachsenen, bei denen du wohnst): Wieviel müssen sie monatlich für Strom bezahlen? Welchen Anbieter haben sie gewählt und warum? Was sagen sie zum Thema Energiesparen? Was meinst du selbst?
  3. Recherchiere: Wieviel Strom verbraucht ein 1-Personen-Haushalt in Deutschland durchschnittlich? Recherchiere im Internet zu drei von dir gewählten Stromanbietern den aktuellen Preis für eine verbrauchte Kilowatt-Stunde und errechne, wieviel der durchschnittliche Verbraucher in einem 1-Personen-Haushalt jährlich für Strom bezahlt. Wenn du bei einem Anbieter verschiede Tarife und Preise für Strom findest, stelle die jeweils geltenden Tarifbedingungen dar, errechne den sich ergebenden Jahrespreis und begründe, welchen Tarif du wählen würdest.
  4. Stelle 10 gute Tipps zum Thema Energiesparen im Haushalt zusammen. Nutze dazu das Handout.
  5. Zum Thema Strom finden sich im Internet viele Vergleichsportale. Wir arbeiten Vergleichsportale? Wie finanzieren sie sich? Sind sie immer objektiv und unabhängig? Was sagen Verbraucherschützer zu Vergleichsportalen? Fasse deine Ergebnisse in einem Text zusammen.
  6. Welche elektrischen Geräte befinden sich in deiner Wohnung? Bewerte mindestens zehn Geräte mit einem der folgenden Attribute: Absolut unverzichtbar, nützlich aber notfalls verzichtbar, überflüssig. Recherchiere zum Stromverbrauch einzelner elektrischer Gerätetypen (zum Beispiel Waschmaschine, Spielekonsole, Durchlauferhitzer) und finde an Hand von drei Beispielen heraus, welche dieser Geräte typischerweise einen hohen Stromverbrauch haben. Stelle Deine Ergebnisse zum Beispiel in einer Tabelle dar.
  7. Jan hat schon eine eigene Wohnung. Sein warmes Wasser zum Duschen und Geschirrabwaschen bezieht er aus einem Durchlauferhitzer. Was ist ein Durchlauferhitzer? Kann Jan im Hinblick auf seinen Durchlauferhitzer mit einem eher unterdurchschnittlichen Stromverbrauch rechnen oder wird sein Stromverbrauch eher besonders hoch ausfallen? Recherchiere und stelle deine Ergebnisse mit eigenen Worten dar.
  8. Ayse und ihre Schwester Fatma ziehen zuhause aus und in die erste eigene Wohnung ein. Ayse meint, sie müssten sich jetzt um einen Stromvertrag kümmern und sich einen günstigen Anbieter suchen. Fatma findet das überflüssig, schließlich gibt es doch offenbar schon Strom, alle elektrischen Geräte funktionieren doch! Und wenn überhaupt, möchte sie einen Anbieter mit Ökostrom. Was ratet Ihr den Schwestern? Begründet euren Rat.

Handout: Energiesparen im Verbraucheralltag

Standby-Betrieb
Alle elektrischen Geräte verbrauchen im Standby-Modus weiter Strom. Einige Geräte ziehen sogar noch Strom, wenn sie zwar abgeschaltet, aber noch mit dem Stromnetz verbunden sind, zum Beispiel Aufladegeräte. Auf das Jahr gerechnet können allein durch das Vermeiden des Stand-by-Modus aller Haushaltsgeräte (vor allem TV, Computer und Audiogeräte) pro Person bis zu 100 € gespart werden. Experten haben berechnet, dass durch das konsequente Vermeiden des Stand-by-Betriebes in Deutschland zwei komplette Atomkraftwerke überflüssig gemacht werden könnten.

Empfehlenswert ist deshalb die Verwendung von Steckdosenleisten mit rotem Kippschalter. Damit können die angeschlossenen Geräte ganz vom Netz genommen werden. Das verhindert einen weiteren unbeabsichtigten Stromverbrauch.
Ladegeräte für Handy, Rasierer, Zahnbürste etc. sollten immer gleich nach dem Aufladen vom Netz genommen werden, indem man sie von der Steckdose abzieht.

Energieklassen bei Haushaltsgeräten
Bei der Anschaffung von Elektrogeräten, vor allem von Kühl- und Gefrierschränken sowie Waschmaschinen, lohnt es sich, auf den Energieverbrauch zu achten. Dieser wird durch die Angabe der sogenannten „Energieeffizienzklasse“ angegeben. Er umfasst die Klassen G bis A sowie A+, A++ und A+++. Dabei bedeutet G „hoher Verbrauch“, während A+++ einen besonders niedrigen Verbrauch kennzeichnet. Geräte der Effizienzklasse A+++ verbrauchen 70 % weniger Strom als solche der Klasse A.

PC, Notebook und Co
Es empfiehlt sich, den Rechner an eine und die Zusatzgeräte (Drucker, Scanner etc.) an eine zweite Steckdosenleiste anzuschließen. So zieht der Drucker/Scanner nur dann Strom, wenn er tatsächlich benutzt wird und nicht schon dann, wenn der PC angeschaltet ist.
Besser keine grafisch aufwändigen Bildschirmschoner benutzen, sie ziehen sehr viel Strom.
Notebooks verbrauchen weniger Strom als stationäre PCs.
Stand-by-Betrieb so oft wie möglich vermeiden!
Die größten Stromfresser am PC sind 3D-Grafikkarten bei Spielen und Animationen.
Eine einzelne Spielkonsole kann so viel Strom verbrauchen wie drei Kühlschränke.

Bad – Wäsche – Wasser
Die Waschmaschine bei jedem Waschgang ausreichend füllen, das spart auf längere Sicht mehr als die Nutzung der Energiespartaste. Hohe Temperaturen sind nur selten notwendig, normal getragene Wäsche wird auch bei 30° – 40°C ausreichend sauber. Das 60-Grad-Programm verbraucht fünfmal mehr Energie als das 30-Grad-Programm.
Durchlauferhitzer sind starke „Stromfresser“, unbedingt sparsam nutzen!
Duschen verbraucht weniger Wasser und Energie als Baden. Eine durchschnittlich große Badewanne fasst 120 – 150 Liter Wasser. 5 Minuten Duschen mit Duschsparkopf verbraucht ca. 30 Liter Wasser.

Küche

  • Der Kochtopf sollte immer auf der passenden Herdplatte benutzt werden. Mit Deckel (passend zum Topf) zu kochen, spart zudem enorm viel Energie, etwa 75 % gegenüber dem Kochen ohne Topdeckel.
  • Beim Kochen mit dem Elektroherd frühzeitig die Temperatur senken oder die Herdplatte ausschalten und die „Restwärme“ (bis zu 5 – 10 Minuten) nutzen.
  • Sobald für mehr als zwei Personen gekocht wird, ist der Herd sparsamer als die Mikrowelle.
  • Der Backofen muss nicht immer vorgeheizt werden, auch wenn ein Rezept dies empfiehlt. Beim Elektroherd kann man auch die Nachwärme nutzen und den Backofen schon etwa 5-10 Minuten vor Ende der Backzeit ausgeschalten.
  • Der Kühlschrank sollte auf keinen Fall direkt neben Herd, Geschirrspüler oder Heizung aufgestellt werden, weil er sonst unnötig stark erhitzt wird und sich dauernd energieaufwändig herunterkühlen muss.
  • Eine Temperatur von ca. 7 C ist im Kühlschrank ausreichend. Das kann man beispielsweise mit einem in den Kühlschrank gelegten Thermometer überprüfen.
  • Das Eisfach sollte regelmäßig abgetaut werden, da bestehende Vereisungen sehr viel Energie verbrauchen.
  • Warme oderheiße Speisen im Kühlschrank verursachen einen höheren Energieverbrauch. Daher vor dem Hineinstellen abkühlen lassen.
  • Wenn die Gummidichtung an der Kühlschranktür defekt ist, steigt der Stromverbrauch durch die von außen eindringende Wärme enorm an. Die Gummidichtung sollte daher regelmäßig überprüft und ggf. ersetzt werden. Die Überprüfung erfolgt am besten abends, wenn es draußen dunkel ist: Licht in der Küche ausmachen, Taschenlampe anstellen und in den Kühlschrank legen, Kühlschranktür schließen. Wenn jetzt noch Licht aus dem Kühlschrank in die Küche dringt, ist die Gummidichtung defekt.
  • Muss jeder Handgriff in der Küche „elektrisiert“ werden? (Dosenöffner, Pfeffermühle, Saftpresse…).
Energiesparchecks
Verschiedene unabhängige Initiativen bieten Energiesparberatungen durch. In Berlin gibt es zum Beispiel den Energiecheck des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND e.V.
Auf Anforderung kommt – bei kleinem Einkommen auch kostenlos – ein geschulter Energiesparberater in die Wohnung und spürt dort die großen und kleinen Energiefresser auf. Die Berater geben Tipps und Tricks, die ohne großen Aufwand umgesetzt werden können. Ein kostenloses Energiesparpaket gibt’s auch noch kostenlos dazu (Energiesparlampe, Thermometer, Steckdosenleiste). Informationen im Internet unter www.berliner-energiecheck.de.
Auch die Caritas schickt auf Anfrage Stromsparhelfer in die Haushalte, für Bezieher von Sozialleistungen ebenfalls kostenlos. Unter bestimmten Bedingungen gibt es dort sogar einen Zuschuss von 150 € für die Anschaffung eines energieeffizienten Kühlschranks oder einer Gefrier-Kühl-Kombi. Informationen gibt es unter www.caritas.de/glossare/stromsparcheck.

Einmal im Jahr: Die Strom-Jahresabrechnung!
Wenn die Strom- Jahresabrechnung kommt, sollte sie immer kontrolliert werden: Stimmt die Zähler-nummer? Stimmt der Zählerstand, den man am besten selbst abgelesen und aufgeschrieben bzw. fotografiert hat?
Bei Streitigkeiten kann kostenlos die Schlichtungsstelle Energie eingeschaltet werden (www.schlichtungsstelle-energie.de).

Arbeitsblatt 1: Original Vattenfall Brief

Bearbeite die folgenden Aufgaben auf einem Extrablatt.

Lies die Briefe von Vattenfall. Was ist da los, was ist passiert, worum geht es? Fasse mit eigenen Worten zusammen, warum Vattenfall diese Briefe geschrieben hat und was passieren wird, wenn der offene Rechnungsbetrag nicht rechtzeitig bezahlt wird.

Modul 3.4: Stromrechnung Forderung

Arbeitsblatt 2: Überprüfe Dein Energiebewusstsein!

Richtig oder falsch ? – Kreuze an!

    1. Der Kühlschrank muss immer eine Temperatur von höchstens 3°C haben, sonst verderben Lebensmittel.
      RICHTIG / FALSCH
    2. Eine Spielekonsole kann so viel Strom verbrauchen wie 3 Kühlschränke zusammen.
      RICHTIG / FALSCH
    3. LED-Leuchtmittel verbrauchen mehr Strom als Energiesparlampen.
      RICHTIG / FALSCH
    4. Wenn ich den Stand-by-Betrieb vermeide, spart das pro Kopf bis zu 100 € im Jahr.
      RICHTIG / FALSCH
    5. Wenn ich mein Handy aufgeladen habe, kann ich das Ladegerät ruhig am Netz lassen, das verbraucht dann sowieso keinen Strom mehr.
      RICHTIG / FALSCH
    6. Bildschirmschoner am PC sparen immer Strom.
      RICHTIG / FALSCH
    7. Regelmäßiges Stoßlüften der Wohnung ist sinnvoller, als dauerhaft gekippte Fenster.
      RICHTIG / FALSCH
    8. Bei der Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle entstehen klimaschädliche Treibhausgase.
      RICHTIG / FALSCH
    9. Eine durchschnittliche deutsche Familie produziert durch ihren Energieverbrauch pro Jahr ca. 16 Tonnen CO2.
      RICHTIG / FALSCH

Lösungen & Kommentare zu Arbeitsblatt 1: „ Überprüfe Dein Energiebewusstsein!“

    1. Der Kühlschrank muss immer eine Temperatur von höchstens3°C haben, sonst verderben Lebensmittel.
      Falsch. Eine Temperatur von 7°C ist völlig ausreichend und das spart Energie.
    2. Eine Spielekonsole kann soviel Strom verbrauchen wie drei Kühlschränke zusammen.
      Richtig. Spielekonsolen verbrauchen –ebenso wie grafisch aufwändige Bildschirmschoner oder zum Beispiel 3D-Grafikkarten- sehr viel Strom. Dabei sollte man auch daran denken, dass Spielekonsolen auch im Stand-by-Betreib noch weiter Strom fressen. Am besten werden sie bei Nichtgebrauch ganz vom Stromnetz getrennt.
    3. LED-Leuchtmittel verbrauchen mehr Strom als Energiesparlampen.
      Falsch, LED-Leuchtmittel benötigen weniger Strom und haben dazu auch noch eine längere Lebensdauer.
    4. Wenn ich den Stand-by-Betrieb vermeide, spart das pro Kopf bis zu 100€ pro Jahr.
      Richtig.
    5. Wenn ich mein Handy aufgeladen habe, kann ich das Ladegerät ruhig am Netz lassen, das verbraucht dann sowieso keinen Strom mehr.
      Falsch, auch wenn das Handy aufgeladen ist und vom Aufladegerät abgezogen wird, wird vom am Netz gelassenen Aufladegerät solange weiter Energie verbraucht, wie dessen Stecker an der Steckdose angeschlossen ist.
    6. Bildschirmschoner am PC sparen immer Strom
      Falsch, grafisch aufwandfähige Animationen als Bildschirmschoner verbrauchen mehr Strom als die normale Bildschirmnutzung.
    7. Regelmäßiges Stoßlüften der Wohnung ist sinnvoller als ein dauerhaft gekipptes Fenster.
      Richtig, daher besser regelmäßig Fenster ganz öffnen und solange die Heizung ausstellen. Wohnräume sollten dreimal täglich für jeweils 5 Minuten bei ganz geöffnetem Fenster gelüftet werden, das beugt auch Schimmelbildung vor.
    8. Bei der Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle entstehen klimaschädliche Treibhausgase.
      Richtig.
    9. Eine durchschnittliche deutsche Familie produziert durch ihren Energieverbrauch pro Jahr ca. 16 Tonnen CO2.
      Richtig. Dabei entfallen vom gesamten Energieverbrauch ca. 45 % auf Heizen und Warmwasserbereitung, 39 % auf den Autoverkehr und andere Verkehrsmittel sowie 16 % auf den Stromverbrauch im Haushalt.
Aufgabensammlung Download: Wie teuer ist eigentlich Strom? (pdf)
Arbeitsblatt 1 Download: Original Vattenfall Brief(pdf)
Lösungen Arbeitsblatt 1 Download: „Überprüfe Dein Energiebewusstsein!“ (pdf)
Wo bleibt mein Geld? Über den Umgang mit dem eigenen Einkommen