Reden wir übers Geld

Modul 1.2: Die DVD „Wach auf!“ entstand 2008/2009 in Berlin. Sie ist das Produkt eines Wettbewerbs zum Thema „Schuldenprävention bei Jugendlichen“, der durch die damalige Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz ausgeschrieben worden war.

Die Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt AWO Berlin Spree-Wuhle e.V. hatte für das Projekt Jugendliche aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit Schuldnerberaterinnen der eigenen Beratungsstelle sowie Künstlerinnen und Künstlern und Profis des Jugend- und Kulturzentrums Schlesische 27 e. V. zusammengebracht. In zwei Workshops wurde über Konsum, Geld und Schulden gesprochen und diskutiert. Die gewonnenen Eindrücke wurden von den Jugendlichen und Künstlern schließlich in ein Plakat, in Musik, drei sehr unterschiedliche Filme und einen Rap mit einem Zeichentrick-Film umgesetzt.

Dieses Format ist im Schulunterricht so oder in angepasster Form wiederholbar!

Es gibt Schuldnerberatungsstellen, die bereit sind, in den Unterricht zu kommen und aus ihrem Beratungsalltag zu berichten. Fragen Sie nach, erkundigen Sie sich ggf. bei den Landesarbeits­gemeinschaften der Schuldnerberatung.
Die Filme sind bei youtube aufrufbar unter:
„Die erste Wohnung“
„Die Falle“
„Wach auf!“

Video „Wach auf!“

Die drei Filme sind – solange der Vorrat reicht – auch als DVD kostenlos bestellbar bei der AWO Berlin Spree-Wuhle e. V., Schuldner- und Insolvenzberatung, Yorckstraße 4-11, 10958 Berlin oder per mail unter inso@awo-spree-wuhle.de.

Mit dem nachfolgenden Arbeitsblatt setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Filmen auseinander. Eine nähere Analyse der Filme kann zum Beispiel über ein Gruppen­­puzzle durchgeführt werden.

Der Rap kann im Musikunterricht behandelt werden, der Text ist im Folgenden abgedruckt.
Im Kunstunterricht bietet es sich an, die Schüler eigene Ideen zum Thema Konsum, Geld oder Schulden umsetzen zu lassen. Es können zum Beispiel Kurzfilme entstehen, Collagen oder Plakate.

Video „Die erste Wohnung“

Video „Die Falle“

Eine andere Idee ist, Schüler eigene Werbung machen zu lassen. Das kann sich auf ein Werbe­mittel für ein eigenes ausgedachtes Produkt beschränken, zum Beispiel Turn­schuhe, ein Parfum oder das neueste Smartphone /Tablet.
Das Thema kann aber auch breiter, beispielsweise im Rahmen einer Projekt­woche, aufgezogen werden: Die Schülerinnen und Schüler überlegen, welche selbst herzustellenden Produkte oder Dienst­leistungen sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern aus anderen Klassen (zum Beispiel in den Pausen oder auf dem Schul­fest) verkaufen könnten. Tablet- und Kochbuchhalter aus Holz? Smartphone-Hüllen aus Filz? Selbstgebackenes in selbst hergestellter Verpackung? Buch­umschläge, Lese­zeichen? Schlüssel­anhänger mit dem Schul-Logo? Selbstbedruckte Schul-Shirts? Computer- Service oder Nachhilfe? Ein Pausen­dienst, der gesunde Snacks anbietet?

Es kann eine Bedarfsanalyse und „Kundenbefragung“ durchgeführt werden, ein Finanz­plan wird erstellt.

Dann werden die Produkte tatsächlich gestaltet bzw. die Dienst­leistung konzeptioniert. Danach wird überlegt, welche Werbe­mittel geeignet sein könnten und wie diese gestaltet werden sollen. Die Werbe­mittel werden real entwickelt und es wird fest­gelegt, wann und wo sie eingesetzt werden. Schließlich erfolgt der tatsächliche Ab­verkauf. Eine anschließende „Kunden­befragung“ kann die Zufrieden­heit der „Kundinnen und Kunden“ sowie Verbesserungs­potentiale untersuchen.

Arbeitsblatt: „Wach auf!“ / Filme zum Thema Konsum und Schulden

Notiert euch eure Notizen und Antworten zu den einzelnen Aufgaben und Fragen auf einem Extrablatt.

Aufgaben:

  1. Seht euch die drei verschiedenen Filme aufmerksam an.
  2. Welcher Film hat Euch am besten gefallen? Begründet eure Wahl.
  3. Gebt den Text des Raps „Wach auf!“ mit eigenen Worten wieder. Was wollten die Jugendlichen mit ihrem Text sagen? Stimmt ihr der Botschaft zu? Oder seid ihr anderer Meinung? Nennt Argumente für Euren Standpunkt.
  4. Teilt euch in Gruppen auf. Jede Gruppe beschäftigt sich mit einem der Filme, so dass jeder Film von einer Gruppe bearbeitet wird. In eurer Gruppe sollt ihr folgende Aufgaben auf einem Extrablatt beantworten:
    1. Beschreibt den Inhalt des Films.
    2. Welche Botschaft wollten die Jugendlichen mit ihren Inhalten übermitteln?
    3. Mit welchen Stilmitteln und Bildern wird die Botschaft übermittelt?
    4. Erscheint euch der Film gelungen? Was hättet Ihr anders oder besser gemacht?
    5. Was fällt euch zum Thema „Schulden“ ein? Sammelt und strukturiert eure Ideen und Gedanken zum Beispiel mit einer mindmap oder einer Wandzeitung.
    6. Was könnte das Thema „Werbung und Konsum“ mit dem Thema „Schulden“ zu tun haben?

    Anschließend stellen die Gruppen ihre Ergebnisse dem Klassenplenum vor.

Raptext zum Rap „Wach auf!“

Text zum Rap „Wach auf!“
produziert im Rahmen des AWO Projektes .Moneycare – Pass auf Dein Geld auf“ Anlage 4 des Berichtes

 

Wach auf!

Hey, kann es sein, dass du dich das letzte mal gefragt hast,
warum du in deinem Leben noch nie richtig was gespart hast?
Und diese Realität fühlt sich jetzt an wie ein Kater.
Ich höre mich an wie’n Vater doch bin so was wie ein Berater.
Hey, du weißt, die Werbung verspricht dir ein schöneres Leben,
doch beachtet man die Kosten nicht, gibt es größere Schäden.
Erst nur kleingedruckt und vor Gericht dann ganz groß.
Hast’n Haufen Schulden am Hals, dann geht der Spaß los.
Jede Woche ist der Briefkasten Rand voll,
Rechnungen und Mahnungen und Ratenzahlung na toll!
Nur weil du schnell diese eine Unterschrift gemacht hast
und weil du nicht vorher über die Kosten nachgedacht hast.
Der Mensch ist eine Konsummaschine und feiert sich selbst damit.
Die Jagd ist eröffnet und es machen sogar die Eltern mit.
Es geht um bling bling, schick schick und ching ching
und am Ende ist in deiner Potte einfach nix drin!
Ref.
Wach auf, wach auf! Der Vertrag ist unterschrieben
Pass auf, pass auf! Denn die Rechnungen sind geblieben
Wach auf, wach auf! Dein Geld ist rausgeschmissen
Pass auf, pass auf! Werbung hat dich angeschissen

Hey kennste noch die Eine? Sie hieß Mandy, damals
hat sie sich nen Typen angelacht jetzt hat sie ihn am Hals.
Er hat Schulden bei der Bank und hat trotzdem eine dicke Karre,
cruised jeden Abend durch die Hood und macht’n Dicken damit
und jetzt will er an die Kohle von Mandy.
Er braucht’n neues Haus, neues Boot und ein Handy
und sie voll verliebt lässt ihm alles durchgehen.
Eröffnet ihm ein Konto und jetzt hat sie das Problem.
Der Prall wird immer fetter und die Potte immer leerer.
Dass sie keinen Cent mehr hat, merken sogar ihre Lehrer.
Und so kommt es, dass sie irgendwann zur Tat schreiten muss,
diesen Typen vor die Tür setzten und abschreiben muss.
Doch die Schulden bleiben, denn der Strom muss bezahlt werden,
sonst könnt’s in ihrer Bude bald ziemlich kalt werden.
Tja, das ist die Story von Mandy
und seitdem findet sie bestimmt keine Werbung mehr trendy.
Ref.
Und was bleibt? Hey, Geld ist nur Papier,
doch hast du nichts davon bist du arm und verlierst.
ls’n stetiger Prozess, der dich abhängig gemacht hat.
Kein zurück, weil Kapital sich selbstständig gemacht.
Der Geiz ist so geil und der Preis ist so heiß,
dass die meisten nicht peilen, wo das Hirn dabei bleibt.
Lass es regnen, das ist kein Leitsatz für dein Leben.
Wollte eure Meinung regen und mein Einsatz für euch geben.
Ref.

Modul 1: Das muss ich auch haben! Werbung und Konsum