Internet, Handy, Telefon & Co

Modul 3.8: Ein Handy oder Smartphone ist für Viele überhaupt nicht mehr wegzudenken.

Es ist das wichtigste Kommunikations- und Informationsmittel und sichert auch die Teilhabe an sozialen Netzwerken. WhatsApp und andere Messenger Dienste erscheinen nicht nur Jugendlichen ebenso unverzichtbar wie die Nutzung sozialer Netzwerke wie zum Beispiel Facebook, Instagram oder Snapchat.

Kaum ein anderes Produkt hat einen derart hohen Statusgehalt wie das Handy und das Smartphone. Und das gilt nicht nur für Jugendliche, sondern auch für viele Erwachsene.
Ganz grob lassen sich die Smartphone- und Handy-Angebote derzeit in folgende Gruppen einteilen:

  • Smartphone mit vertraglicher Bindung (meist 12 bis 24 Monate)
  • Einzeln gekauftes Smartphone, kombiniert mit einem frei gewählten Vertrag einer Mobilfunkgesellschaft
  • Prepaid Handy mit aufladbarem Guthaben aus dem Elektronikfachhandel / Discounter

Die Geräte mit Prepaidkarten gewähren die beste Kostenkontrolle.

Die Tarifkonditionen der Mobilfunkgesellschaften sind oft sehr unübersichtlich und in den Verträgen schwer lesbar. Trotzdem lohnt es sich, sich vor dem Kauf oder dem Vertragsschluss gut zu informieren.
Generell sollten Vertragslaufzeiten von mehr als 12 Monaten nach Möglichkeit vermieden werden, denn die Modelle wechseln rasch und die Preise sind immer noch enorm in Bewegung, da es für die Mobilfunkgesellschaften aufgrund fortschrittlicher Techniken immer billiger wird, mehr Leistungen zu bieten.

Bei Verlust eines Vertrags-Handys sollte man sofort seinen Netzanbieter kontaktieren und die SIM-Karte sperren lassen, damit böse Überraschungen durch unbefugte Nutzung des Handys durch einen Dieb oder eine Diebin vermieden werden.
Dazu sollte die Handy-Rufnummer , die SIM-Kartennummer und die Kundennummer bereitgehalten werden. Mit der sogenannten IMEI-Nummer kann die Polizei gestohlene Geräte identifizieren. Dazu direkt nach der Inbetriebnahme eines neuen Geräts den Tastencode (*#06#) eingeben, dann erscheint auf dem Display die IMEI. Diese notieren, immer gut verwahren und bei einer Diebstahlsanzeige der Polizei benennen, denn die kann dadurch später eventuell beschlagnahmte Diebesware dem Eigentümer zuordnen.

Ein wichtiges Thema ist bei der Nutzung des Internets der illegale Download von Musik, Filmen oder Fotos. Meistens läuft das über Tauschbörsen wie zum Beispiel bittorent. In diesen Tauschbörsen kann man zum Beispiel Filme herunterladen. Diese sind zwar eigentlich meist urheberrechtlich geschützt, das ist aber nicht leicht erkennbar- und es wird in den Tauschbörsen auch nicht deutlich genug darauf hingewiesen. Technisch bedingt wird, ohne dass dies dem Nutzer so richtig bewusst ist, nach dem Herunterladen der Film kurzzeitig auch anderen Tauschbörsennutzern zum Herunterladen angeboten- und genau hier liegt der schwerwiegende Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz. Dieses Gesetz will das Urheberrecht von Künstlern / Künstlerinnen, Autoren / Autorinnen und Musikern / Musikerinnen oder deren vermarktenden Firmen schützen, um das Werk vor dem unbezahlten Zugriff anderer zu bewahren. Das Problem ist, dass für den Nutzer oder die Nutzerin nicht gut zu erkennen ist, ob der Download nun illegal ist oder nicht. Große Firmen verfolgen das Geschehen auf den Tauschbörsen, ermitteln die Nutzer oder Nutzerinnen und fordern oft enorme Summen an Schadensersatz von 800 € und mehr. Wer betroffen ist, sollte sich rechtlich beraten lassen. Und von der Nutzung von Tauschbörsen sollte man vorsichtshalber ganz die Finger lassen.
Übrigens: Das Streamen von Filmen ist nach überwiegender Rechtsmeinung nicht illegal.

Arbeitsblatt 1: Fallbeispiel Pascal

Bearbeite die folgenden Aufgaben und Fragen auf einem Extrablatt.

    1. Lies Pascals Fallbeispiel.
    2. Was war das Problem an dem ersten und dem zweiten Vertrag, den Pascal abgeschlossen hat, und warum stiegen die Handyrechnungen so schnell in die Höhe?
    3. Was ist in deinem persönlichen Handyvertrag / Handyflat inklusive, was zahlst du monatlich für die Flat und was musst du extra bezahlen? Wenn du eine Prepaid-Karte hast: Wie viel kostet dich ein Telefonat, eine SMS, eine MMS und die Nutzung des Internets, wie hoch sind die gesamten monatlichen Kosten?

Pascal hat mit 18 Jahren eine Ausbildung angefangen. Er wollte gerne ein Handy, ein ganz bestimmtes, das Neueste auf dem Markt, für das gerade viel geworben wurde. Das Handy hatte viele Funktionen, unter anderem eine leistungsstarke Kamera, die 360 Grad Aufnahmen machen konnte, einen Navigator, der über das bloße Sprechen gesteuert werden konnte und eine extralange Akku-Laufzeit. Zudem hatte es einen besonders großen Speicherplatz, der eingebaute Prozessor konnte selbst die anspruchsvollsten Spiele flüssig auf dem ultrascharfen Display wiedergeben. Es kostete nur 1 €, allerdings musste Pascal dafür einen 2-Jahresvertrag unterschreiben, eine Flat wollte er nicht, weshalb er jedes Telefonat, jede SMS und jede verbrauchte Dateneinheit extra bezahlen musste. Das Kleingedruckte im Vertrag las er nicht, das war ihm zu mühsam. Er gewöhnte sich schnell an, viele SMS zu verschicken, abends telefonierte er mit seinen Freunden und oft auch stundenlang mit anderen, die er im Internet kennengelernt hatte. Zudem nutzte er sein Handy als Internet-Suchmaschine, streamte seine Lieblingsserie von unterwegs und griff auch im Ausland auf die bereits aufgezählten Leistungen zurück. Als die Handyrechnungen sich nach einigen Monaten auf insgesamt 900 € summiert hatten, konnte er nicht mehr zahlen. Der Anbieter kündigte ihm.

Pascal unterschrieb dann einfach einen Vertrag beim nächsten Anbieter, das kostete ja auch wieder nur 1 Euro, das Handy war auch noch besser als sein erstes. Er hatte jetzt eine Flat, allerdings nur für das Festnetz und sein eigenes Mobilnetz. Dabei konnte er sich aber nicht abgewöhnen, immer wieder unterwegs mit dem Handy ins Internet zu gehen und ständig alle Freunde anzurufen. Die waren allerdings teilweise an andere Netze gebunden. Pascal vertraute einfach irgendwie darauf, dass er die nächste Rechnung würde zahlen können.
Das war aber nicht so. Das Lehrlingsgehalt reichte nicht aus.

Pascal probierte noch zwei weitere Handyanbieter aus und unterschrieb auch dort Verträge.

Nach ca. 2 Jahren hatte er Schulden in Höhe von insgesamt 3.800 € bei vier Handyanbietern. Er hatte jetzt auch negative Einträge bei der SCHUFA und fand keinen neuen Anbieter mehr für einen neuen Handyvertrag.

In seiner Ausbildung hatte sich Pascal angestrengt, er war pünktlich und zuverlässig und hatte gute Leistungen gebracht. Da Pascal von seiner Ausbildungsfirma jetzt wahrscheinlich übernommen wird, will ihm der Ausbilder und baldige Arbeitgeber ein Darlehen zur Verfügung stellen. Mit dem können die Rechnungen abgelöst werden.

Pascal hat jetzt eine Prepaid-Karte und ein ganz normales Handy ohne brandneue Ausstattung. Das sieht zwar nicht so beeindruckend aus. Aber er kann nur noch telefonieren und surfen, wenn die Karte aus seinem Guthaben aufgeladen ist. Vor hohen Rechnungen ist er damit jedenfalls sicher.

Arbeitsblatt 2: „Welches Handy soll es sein?“

  • Welches Handy hast du?
  • Hast du es gerade jetzt dabei?
  • Hast du es immer und überall dabei?
    • Wenn ja: Warum?
    • Wenn nein: Warum nicht?
  • Was muss dein Handy können, welche Funktionen muss es haben?
  • Wie wichtig ist dein Handy? Und wofür ist es wichtig?
  • Warum hast du dich gerade für dein Handy-entschieden? Welche Kriterien waren wichtig?
  • Wie hoch sind die durchschnittlichen monatlichen Kosten und wie setzen sie sich zusammen?
  • Wer bezahlt das? Wovon wird das bezahlt?
  • Sind die Kosten höher, als du zu Anfang dachtest? Wenn ja: Warum?
  • Könntest du einen Tag … eine Woche … einen Monat ohne Handy auskommen? Was würde dann passieren?
  • Was ist eine App? Welche Apps nutzt du? Sind Apps immer kostenlos? Worauf sollte man achten?

Arbeitsblatt 3: „Berechne die Handy-Kosten“

Ertugrul hat ein Smartphone und einen Vertrag dazu über 24 Monate Laufzeit.
Das Smartphone hat nur 1 € gekostet!
Der einmalige Anschlusspreis lag bei 9,99 €.
Ertugrul zahlt eine feste Grundgebühr von 8,99 € monatlich in den ersten drei Monaten und 13,99 ab dem vierten Monat.
Die Kosten für das Telefonieren im deutschen Festnetz und mit anderen Mobilnetzen sind bis jeweils 100 Minuten monatlich frei. Danach kostet jede Minute ins deutsche Festnetz 0,09 € und in deutsche Mobilnetzte 0,09 €.
Gespräche ins EU-Ausland kosten 1,69 € pro Minute. Gespräche in die übrige Welt kosten 1,99 € pro Minute.
Monatlich bis zu 100 SMS in deutsche Netzte sind kostenlos, ab der 101. SMS kosten sie jeweils 0,09 € in Deutschland. Jede SMS ins Ausland kostet 0,29 €. Jede MMS kostet 0,39 €.
Der Zugang zum Internet ist kostenlos bis zu einem monatlichen Datenvolumen von 4 GB.

Ertugrul telefoniert täglich 30 Minuten in Handynetze und 20 Minuten ins Festnetz. Er verschickt täglich 7 SMS in Deutschland und wöchentlich 3 SMS in die Türkei sowie 2 MMS pro Woche.
Zweimal im Monat telefoniert er in die Türkei für jeweils ca. 20 Minuten.

Wie hoch sind die gesamten Kosten für die ersten 12 Monate?

Für monatlich wiederkehrende Kosten errechne zunächst die Kosten pro Monat und errechne dann daraus den Jahrespreis, den du in die Tabelle einträgst. Berechne aus diesem Wert, wie viel Ertugrul im ersten Jahr gesamt und durchschnittlich pro Monat bezahlt.

 

Kauf Smartphone _______________________ €
Anschlusspreis _______________________ €
Monatlicher Grundpreis Monat 1 – 3 gesamt _______________________ €
Monatlicher Grundpreis Monat 4 – 12 gesamt _______________________ €
Telefonieren in Handynetze / Deutschland gesamt _______________________ €
Telefonieren ins Festnetz gesamt _______________________ €
Telefonieren in die Türkei gesamt _______________________ €
Kosten SMS Deutschland gesamt _______________________ €
Kosten SMS Türkei gesamt _______________________ €
Kosten MMS gesamt _______________________ €
Gesamt für die ersten 12 Monate _______________________ €
Durchschnittsmonatskosten im ersten Jahr _______________________ €

Arbeitsblatt 4: Das Handy und das Internet nutzen

Lies den Einführungstext, recherchiere bei Bedarf auch noch im Internet und bearbeite folgende Aufgaben:

    1. Warum bieten PrePaid-Handies die beste Kostenkontrolle? Was ist deine Meinung: Ist es besser, ein PrePaid-Handy zu haben oder ein Handy mit Vertrag? Begründe deine Meinung. Überlege Vorteile und Nachteile von PrePaid-Handies und Vertragshandies und trage sie in eine Tabelle ein.
    2. Was sollte man direkt nach dem Kauf eines Handy’s ermitteln und notieren? Warum ist das wichtig oder nützlich?
    3. Was sollte man tun, wenn das eigene Handy verloren geht oder gestohlen wurde? Warum ist das wichtig? Welche Daten braucht man dazu?
    4. Zu welchen Problemen kann es kommen, wenn man im Internet über Tauschbörsen Filme oder Musik herunterlädt? Warum gibt es das Urheberrechtsgesetz, welches Ziel verfolgt dieses Gesetz? Wie ist deine persönliche Meinung dazu? Wie solltest du dich verhalten? Ist auch das Streamen von Filmen illegal?
Modul 3 Baustein 8 komplett: Internet, Handy, Telefon & Co (pdf)
Arbeitsblatt 1 Download: Fallbeispiel Pascal (pdf)
Arbeitsblatt 2 Download: „Welches Handy soll es sein?“ (pdf)
Arbeitsblatt 3 Download: „Berechne die Handy-Kosten“ (pdf)
Arbeitsblatt 4 Download: Das Handy und das Internet nutzen (pdf)
Wo bleibt mein Geld? Über den Umgang mit dem eigenen Einkommen