Alkohol und Werbung

Modul 1.7: Die Schülerinnen und Schüler lesen den Online-Artikel. Das geschieht entweder durch Vorlesen oder durch stille Einzelarbeit.

Die danach folgenden Aufgaben können in Einzel- oder Gruppenarbeit, in Stationen oder im Gruppenpuzzle bearbeitet werden. Idealerweise werden den Schülerinnen und Schülern mehrere Zeitschriften mit geeigneten Werbe-Beispielen zu alkoholischen Getränken zur Verfügung gestellt und eine Recherche im Internet erlaubt.

Lest den Onlineartikel von ntv vom 06. 10.2015 (Link steht nicht mehr Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/TV-Werbung- fuer-Alkohol-verfuehrt-Jugendliche-article16078366.html)

Studie zum Rauschtrinken - TV-Werbung für Alkohol verführt Jugendliche
Betrinken sich Jugendliche eher, wenn sie häufig Werbespots für Bier, Wein und Schnaps sehen? Im Rahmen einer Kampagne gegen Alkohol befragen Kieler Forscher 1500 Schüler.

Alkoholwerbung im Fernsehen verführt Kinder und Jugendliche nach einer Studie von Kieler Wissenschaftlern zum Rauschtrinken. Das häufige Sehen von TV-Werbespots erhöhe das Risiko des sogenannten Komasaufens bis zu viermal, teilte die DAK-Gesundheit in Hamburg mit. In Kooperation mit der Krankenkasse hatte das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) zwischen 2008 und 2011 etwa 1500 Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Brandenburg befragt.

Bei den Befragten, die am wenigsten Werbung mit Alkohol sahen, hatten der Studie zufolge 6,2 Prozent mehr als fünf Rauscherlebnisse in dem Befragungszeitraum. Bei den Teilnehmern, die am häufigsten TV-Spots für Bier, Wein und Schnaps gesehen hatten, lag die Rauschquote bei 24 Prozent und damit viermal so hoch.

Die Langzeituntersuchung bestätigt nach Angaben der DAK-Gesundheit zudem, dass ein riskanter Alkoholkonsum ein verbreitetes Phänomen in Deutschland ist. Die Hälfte der teilnehmenden Schüler habe über ein erstmaliges Rauschtrinken – das sind mindestens fünf alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit – innerhalb von 30 Monaten berichtet. 11 Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen gaben an, sie hätten sogar mehr als fünf Erfahrungen mit derartig massivem Alkoholkonsum.

Wird Alkoholwerbung verboten?

„Unsere Studie zeigt, dass Alkoholwerbung von Jugendlichen nicht nur wahrgenommen wird“, erklärte der Suchtexperte der DAK-Gesundheit, Ralf Kremer. „Die Werbung kann vielmehr als unabhängiger Risikofaktor für die Initiierung des häufigen Rauschtrinkens im Jugendalter angesehen werden.“ Die Krankenkasse und das IFT-Nord, die seit sechs Jahren auch eine gemeinsame Anti-Alkohol-Kampagne betreiben, plädierten für Werbeverbote und die Erziehung der Kinder zu einem kritischen Umgang mit den Werbespots.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatte erst im Juni eine Studie vorgestellt, wonach der Alkoholmissbrauch bei jungen Leuten deutlich zurückgeht. Demnach betrinkt sich fast jeder achte Jugendliche in Deutschland mindestens einmal im Monat. Im Jahr 2014 waren es 12,9 Prozent – der mit Abstand niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

Arbeitsblatt: „Alkohol und Werbung“

Bearbeitet die folgenden Aufgaben. Wenn der Platz nicht reicht, nehmt ein Extrablatt.

  1. Was steht in dem Zeitungsartikel? Fasse den Inhalt in eigenen Worten kurz zusammen.
  2. Wo und mit welchem Werbemittel wird in Deutschland für Alkohol geworben? Beschreibe oder dokumentiere drei Beispiele. Welchen Inhalt hat die von dir ausgewählte Werbung, welche Stilmittel verwendet sie? Was verspricht die Werbung? Warum hat gerade eine Krankenkasse eine solche Studie in Auftrag gegeben? Was meinst du zu dem Artikel?
  3. Wo, wann, warum wird überhaupt Alkohol getrunken? Was können negative Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sein? Für wen entstehen negative Folgen? Was sagt das Jugendschutzgesetz zum Konsum von Alkohol?
  4. Sollte Alkoholwerbung verboten oder eingeschränkt werden? Wenn du für ein Verbot oder eine Einschränkung bist: Begründe. Welche Einschränkungen findest du sinnvoll? Wenn du Einschränkungen nicht sinnvoll findest, begründe ebenfalls deine Meinung.
  5. Ist Werbung für Zigaretten in Deutschland erlaubt? Recherchiere dazu und stelle die Rechtslage mit eigenen Worten dar. Findet die Tabakindustrie dennoch Wege, für Zigaretten zu werben und welche Wege sind das? Wie ist die Situation in Australien und Neuseeland? Welche Regelungen würdest du empfehlen? Begründe deine Meinung.
  6. Sollten Lebensmittel auf der Verpackung deutliche Angaben über den im Produkt enthaltenen Zucker- und Fettgehalt haben? Erarbeite Argumente dazu. Recherchiere das Thema „Ampelkennzeichnung für Lebensmittel“, gib den aktuellen Meinungsstand wieder und dokumentiere ihn. Begründe dabei auch deine eigene Meinung.
  7. Recherchiere die Meinung des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft ZAW zum Thema Werbung für Alkohol. Fasse diese Meinung in einem kurzen Text zusammen. Bewerte die Position des ZAW und stelle deine eigene Meinung dazu mit Argumenten in deinem Text dar. Stimmst du der Position des ZAW zu oder nicht? Warum oder warum nicht?
Modul 1 Baustein 7 komplett: „Alkohol und Werbung“ (pdf)
Modul 1: Das muss ich auch haben! Werbung und Konsum